Fröhliches Konzert im Lande Kunterbunt

Weikersheim. Der Sängerbund Harmonie Weikersheim 1837 und die Grundschüler der Gemeinschaftsschule Weikersheim haben alles aufgeboten, was ging. Heraus kam ein farbenfroher Chorabend.

Für das 8. Kooperationskonzert von Verein und Grundschule mobilisierte der Sängerbund den ehemaligen Chorleiter Steffen Zeller, Traugott Simon griff für die Chöre und die musikalische Grundschultruppe in die Tasten und Wolfgang Kniep begleitete an der Gitarre.

Wie es Susanne Kirchhof, Isolde Neef und Anne Beyer hinbekommen hatten, Grundschulchor, Theater-AG und Singeklasse auf den Punkt genau für den Auftritt vorm großen Stadthallenpublikum vorzubereiten, wird wohl ihr Geheimnis bleiben. Das Publikum war hellauf begeistert - von den jungen Musicaldarstellern, die allesamt die erste bis vierte Klasse besuchen ebenso wie von den Auftritten der beiden Chöre.

 

Getragene Klänge zu Beginn

Eröffnet hatte den Konzertabend der Gemischte Chor des Sängerbunds mit eher getragenen Klängen: die finnische Volksweise "Wer kann segeln ohne Wind?" stand gleich zu Anfang für die Farbe Weiß, der Frühmorgen-Weckruf "Wach auf, meins Herzens Schöne" für den golden aufschimmernden Morgenschein.

Rund ums Kindermusical "Kunterbunt" von Gabriele Fehrs und Markus Voigt hatte Chorleiterin Anna Weuser-Valls, die sich aktuell im Mutterschutz befindet, das Liedprogramm auf einer Klangpalette gruppiert, die die Farben des Musicals spiegelt. Chorleiter Traugott Simon, der sie vertrat und Steffen Zeller, der zum Schluss den letzten Feinschliff besorgt hatte und in der Stadthalle die Chöre dirigierte, trugen wesentlich zum Gelingen bei.

Putzmunter stürmten die kleinen Sängerinnen und Sänger aus Grundschulchor und Singklasse zu Beginn des Abends auf die Bühne, dicht gefolgt von der Theater-AG, die dem Titel "kunterbunt" alle Ehre machte. Vor bunter Regenbogenkulisse, farbenprächtig blühenden Bäumen und fröhlich leuchtendem Ziehbrunnen tanzte da ein heiteres Völkchen im Lande Kunterbunt. Alles ist gut - bis erst die blauen, dann die roten und zum Schluss auch noch die gelben Untertanen in der Königsaudienz Sonderrechte einfordern und sie auch erhalten: Jede Gruppe bekommt ihren ureigenen Tag.

Wunderhübsch umgesetzt haben die Kinder das - vom Bühnenbild mit Regenbogen-Thron bis zum blauen, roten und gelben Königsmantel, der durch die passende Riesenbrille ergänzt wird. Köstlich selbstbewusst präsentierten sich König, Herold und die Ratgeber, gekonnt in Mimik, Gestik und dem gesamten Auftreten die Fünfergruppen der Einzelfarben. Und der Chor? Einfach prima. Gleich auf drei "Einweiserinnen" mussten sich die Kinder konzentrieren, um nur ja keinen Einsatz zu verpassen. Die gaben Isolde Neef als Erzählerin, Anne Beyer den Chorkids und Susanne Kirchhof dem Komplettteam, dem auch Karl Stirnkorb, zuständig für Licht- und Tontechnik, angehörte. Massenhaft Beifall gab es für die Kleinen - und ebenfalls sehr berechtigt für den gemischten Chor, der vor der Pause mit Robert Prachts "Morgenrot" und Uhlands "Schäfers Sonntagslied" noch einen roten und einen gelben Farbtupfer anfügten.

 

Erstaunliche Bandbreite

 

Nach der Pause präsentierten die gewachsene Männerchorgemeinschaft Harmonie Weikersheim und der Sängerkranz Nassau in erstaunlicher Bandbreite und hoher Qualität ein breites Repertoire: Von Reinhard Meys "Freunde, lasst und trinken!" über Sinatras "Rot ist der Wein" und "Santiano" bis hin zu "Abendfrieden" von Hildegard Eckhardt reichte das Spektrum, das mit einer wunderbaren Umsetzung von "Farbenspiel des Winds" aus Disneys Film "Pocahontas" endete. Feinste Modulierungen, perfekte Stimmungswechsel, gekonnte Atemtechnik: Ein Genuss.

 

Gleiches galt im Anschluss für den Gemischten Chor, der trotz karger Besetzung der Männerstimmen mit nur noch vier männlichen Sängern bei Michels "Fröhlichkeit und leichtes Leben", Schenkendorfs "La Provence", dem von Nana Mouskouri bekannten "Rot sind die Rosen" und Jacques Offenbachs "Bacarole" volles Klangvolumen gestaltete. Und das Finale? Bunt! Gemischter Chor und die Musical-Kids sangen gemeinsam Drafi Deutschers "Welche Farbe hat die Welt?". Begeistert stimmte der Saal mit ein in den fröhlichen Abgesang eines wirklich kunterbunten Chorkonzerts.

 

(Quelle: Fränkische Nachrichten)